Spielsucht – Verantwortungsvolles Spielen als Spielsucht-Prävention

casino spielsuchtGlücksspiele sind für die meisten Menschen vor allem ein Zeitvertreib mit einem gewissen Nervenkitzel, die Gefahr einer Spielsucht darf allerdings nicht unterschätzt werden. Immer wieder kommt es dazu, dass aus dem Spaß für zwischendurch ein regelrechter Zwang wird.

Persönliche und finanzielle Konsequenzen, die nicht selten massiven Einfluss auf das Leben des Betroffenen haben, können ihn ebenfalls nicht vom Spielen abhalten. So kommt es dazu, dass Menschen ihr gesamtes Vermögen verspielen, sich mitunter verschulden und keine Rücksicht auf Familie und Beruf nehmen. Im schlimmsten Fall bricht durch die Spielsucht das gesamte Leben zusammen und das Glücksspiel wird mehr und mehr zum zentralen Lebensinhalt.

Was ist Online-Spielsucht?

Die Online-Spielsucht ist eine besondere Form der Glücksspielsucht und ein noch recht junges Phänomen, das durch den Boom der Online-Casinos stark zunimmt. Grundsätzlich unterscheidet sich diese Glücksspielsucht nicht von der bekannten Spielsucht und wird daher medizinisch als pathologisches Spielen bezeichnet und im Rahmen der ICD-10 als abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle klassifiziert. Betroffene spielen exzessiv und verspüren einen Zwang, an Glücksspielen teilnehmen zu müssen.

Die Online-Spielsucht macht dabei grundsätzlich keinen Unterschied, erscheint aber mitunter noch gefährlicher bezüglich einer drohenden Sucht. Computer und mobile Endgeräte bieten jederzeit und überall Zugang zu Glücksspielen. Zudem muss man nicht einmal das Haus verlassen, um seiner Sucht nachzugehen. In Anbetracht der Tatsache, dass man nicht befürchten muss, als Spielsüchtiger erkannt zu werden, lässt die Hemmschwelle ebenfalls deutlich sinken.

Wer für Verhaltenssüchte empfänglich ist und Gefallen am virtuellen Besuch von Online-Casinos findet, ist demnach in besonderem Maße gefährdet, spielsüchtig zu werden. Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission zufolge lag der Anteil der Menschen mit problematischen Spielverhalten an der Gesamtbevölkerung der Schweiz im Jahr 2012 bei 0,7 Prozent. Insgesamt 0,4 Prozent sollen pathologische Spieler und demnach spielsüchtig sein. Insgesamt sollen so etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz ein problematisches oder bereits pathologisches Spielverhalten zeigen. In Anbetracht der Tatsache, dass rund drei Prozent der Schweizer angaben, hin und wieder ein risikobehaftetes Glücksspiel zu spielen, zeigt sich die recht hohe Wahrscheinlichkeit, ein Spielproblem zu bekommen.

Wie kann man eine Spielsucht verhindern?

In Zusammenhang mit der Spielsucht macht es wenig Sinn, Glücksspiele grundsätzlich zu verteufeln, denn diese sind zunächst lediglich ein Zeitvertreib mit einer gewissen Portion Nervenkitzel und haben zudem eine lange Tradition. So stellt sich die Frage, ob und inwiefern man eine Casino-Sucht verhindern kann. Zunächst ist Aufklärung ein wichtiges Thema, das das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspielen schaffen kann. Wer weiß, dass eine Sucht Spiele ebenso wie Alkohol oder Drogen umfassen kann, ist sensibilisiert und wird bewusster mit Casinospielen umgehen.

Online-Casinos, die das verantwortungsvolle Spielen unterstützen

Online-Casinos sind in Bezug auf Spielsüchte eine große Gefahrenquelle, nichtsdestotrotz sind sich viele Anbieter der Spielsucht-Problematik absolut bewusst und unterstützen daher das verantwortungsvolle Spielen. Dies äußert sich vor allem in der Nennung der Gefahr einer Spielsucht sowie adäquater Beratungsstellen für Betroffene.

Wie erkennt man Spielsucht?

Nicht jeder, der in seiner Freizeit gerne sein Glück in einem Casino oder an Slot Machines versucht, ist automatisch spielsüchtig. So kann es mitunter recht schwer sein, eine Spielsucht zu erkennen. Insbesondere wenn der Betroffene sein Problem noch nicht realisiert hat oder beispielsweise online heimlich spielt, ist es überaus schwer, ein pathologisches Spielverhalten zu erkennen.

Ein einheitliches Spielsucht-Symptom lässt sich kaum nennen, denn verschiedene Punkte können auf ein problematisches Spielverhalten hinweisen. Steigende Einsätze, die zudem das zuvor definierte Limit übersteigen, sind ebenso wie Schulden für das Glücksspiel ein konkreter Hinweis auf eine Spielsucht. In besonderem Maße ist dies der Fall, wenn der Spieler seinem sozialen Umfeld gegenüber die Ausmaße seines Spielens sowie die Verluste verschweigt. Wer zudem bemerkt, dass er ständig ans Spielen denken muss und dies längst zu einer Art Droge geworden ist, kann als ersten Schritt einen Spielsucht-Test machen. Ansonsten ist es ratsam, sich möglichst früh Hilfe zu suchen, um dem Teufelskreis der Glücksspielsucht zu entkommen.

Wie geht man mit einer Spielsucht um?

Stellt man bei sich selbst oder einer nahestehenden Person eine Spielsucht fest, gilt es, adäquate Maßnahmen in die Wege zu leiten. Oftmals suchen Betroffene nach Tipps für Spielsüchtige, um ihr Problem selbst in die Hand zu nehmen und der Sucht zu entkommen. Solange es sich lediglich um ein problematisches, aber noch kein pathologisches Spielen handelt, mag dies auch gelingen, indem man Casinos und Glücksspiele jeglicher Art meidet. Spielsüchtigen ist dies aber oftmals nicht möglich, weil der Suchtdruck einfach zu groß ist, um diesem dauerhaft aus eigener Kraft standzuhalten. Ist dies der Fall, bedarf es professioneller Hilfe durch erfahrene Ärzte und Therapeuten.

  • Austausch mit anderen Betroffenen

spielsucht therapieDer erste Schritt auf dem Weg aus der Spielsucht kann ein Austausch mit anderen Betroffenen sein. Diese befinden oder befanden sich in der gleichen Situation, so dass man sich in dieser Gemeinschaft verstanden fühlt. Vielerorts existieren spezielle Selbsthilfegruppen, die Spielsüchtigen als Treffpunkt dienen. Für all diejenigen, die vor dem Besuch einer Selbsthilfegruppe zurückschrecken, kann mitunter ein Spielsucht-Forum im Internet eine Alternative sein.

  • Inanspruchnahme einer Spielsucht-Beratung

In einem Großteil aller Fälle benötigen Spielsüchtige eine professionelle Behandlung, um der Abhängigkeit vom Glücksspiel zu entkommen. Die erste Anlaufstelle für all diejenigen, die entsprechende Symptome bei sich bemerken, sowie auch für Angehörige ist eine Spielsucht-Beratung. Für Schweizer kann somit das Gemeinschaftsprojekt der 16 Deutschschweizer Kantone SOS Spielsucht Schweiz die richtige Anlaufstelle sein. Hier erhält man umfassende Informationen sowie konkrete Hilfen.

  • Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik

Wenn weder eine Beratung noch eine ambulante Therapie fruchten, kann der stationäre Aufenthalt in einer speziellen Klinik für Spielsucht angebracht sein. Die Patienten können in einem geschützten Raum Abstand von Spielen und Alltag gewinnen, erhalten eine professionelle Rundum-Betreuung und haben so die Chance, ihre Sucht zu überwinden. Gruppentherapien, Einzelsitzungen und viele weitere psychotherapeutische Angebote werden dort von Spezialisten auf dem Gebiet der Spielsucht-Therapie angeboten.